Erzähl-Kunst gegen Corona

Während der vielen Jahre, in denen ich die Erzähl-Kunst nun schon ausübe, habe ich viel über Märchen nachgedacht. Mit der Zeit habe ich mich gefragt: Wie kommt es, dass wir Märchen bis heute so lieben und manche davon nie vergessen?

Zwei Männer haben dazu einen ganz besonderen Beitrag geleistet: Jacob und Wilhelm Grimm. In mühevoller Kleinarbeit haben sie die Geschichten gesammelt und immer wieder neu zu Märchenbüchern zusammengestellt. Als „Arbeitsgeräte“ standen ihnen nichts weiter als Papier und Feder zur Verfügung. Was das für ein „Zettelgrab“ gewesen sein muss! Trotzdem haben die beiden es geschafft, Berge von Märchen zusammenzutragen und Ordnung hinein zu bekommen. Ganz ohne Computer. Und gerade weil sie wussten, was das für ein mühsames Geschäft ist, bin ich mir zu 100% sicher: Wenn sie heute noch einmal von dieser Aufgabe stünden, sie würden sich kopfüber in die entsprechenden Programme und sozialen Medien stürzen. Nicht, um sich darin zu verlieren, sondern um sie gezielt für ihre Arbeit zu nutzen.

Als Märchenerzählerin etwa 200 Jahre nach dem großen Sortieren der Brüder Grimm im „Zettelgrab“ der vielen Märchen stand ich 2020 vor einem ganz anderen „logistischen“ Problem: Durch die Corona-Maßnahmen war ich plötzlich von meinem Publikum abgeschnitten und konnte keine Märchen mehr in der Öffentlichkeit erzählen. Was war da zu machen?

Zusammen mit meinem Mann habe ich nachgedacht, und bald war klar: Hier kann aktuell nur YouTube helfen. So ist, eigentlich aus der Not heraus, mein YouTube-Kanal entstanden, auf dem sich inzwischen einige Märchenvideos und auch Klicks angesammelt haben.
Das erste Video, das ich mit meinem Mann gedreht habe, war „Die Frau Holle“. Und da Märchen nie unmodern werden, ist es nach wie vor ganz vorne auf meiner Homepage zu sehen. Klicken Sie hier, um es anzuschauen, und vielleicht entdecken Sie auf dem Kanal ja noch mehr, was Sie interessieren könnte.


Didgeridoos erzählen Geschichten

So, wie die Brüder Grimm durch Aufschreiben dafür gesorgt haben, dass „Grimms Märchen“ bei uns bis heute nicht in Vergessenheit geraten sind, gibt es unter den Aborigines ganz besondere Menschen, die auch heute noch uralte Geschichten durch Erzählen für ihr Volk bewahren. Dabei spielen die Klänge von Didgeridoos eine große Rolle.

Das wusste ich allerdings noch nicht, als ich mich auf die Suche nach einem Begleitinstrument für meine Geschichten machte. Ich hatte nur einen Klang „vor Ohren“, den ich schon einmal irgendwo vor vielen Jahren gehört hatte. Was war das noch für ein seltsam brummendes Blasinstrument? Hölzern, ziemlich wuchtig, nicht so recht einzusortieren.

Ich fing an zu suchen und landete: Bei den "Bielefeld Didgers". Ich hörte – und staunte – und lernte mit der Zeit selber, diesen seltsamen Hölzern Klänge zu entlocken. Inzwischen habe ich selber eine bunte Sammlung von besonderem „Gehölz“ beisammen, das man in einem weiteren Video meines YouTube-Kanals sehen und hören kann. Jedes dieser Hölzer hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen Ton, seine eigene Persönlichkeit. In dem Tiermärchen vom Raben Kurkyl hat jedes seinen Platz gefunden, um die verschiedenen „Persönlichkeiten“, die in der Geschichte vorkommen, klanglich zu umschreiben.

Die Didgeridoos haben mir eine ganz eigene Welt eröffnet: ich habe gelernt, mit ihnen zusammen zu erzählen, Worte und Klänge bestimmter Geschichten miteinander zu verweben. Sie sind für mich inzwischen weit mehr als „Begleit-Instrumente“. Sie sind meine Partner beim Erzählen geworden.

Ich werde auch in Zukunft von Zeit zu Zeit neue Videos produzieren. Es lohnt sich also, ab und zu einmal vorbeizuschauen und etwas Neues zu entdecken. Besonders, so lange wir uns noch nicht wieder persönlich begegnen können. Über ein "Like" freue ich mich genauso wie über ein weiteres Abonnement.

Wer nun Lust auf ein bisschen mehr bekommen hat, kann sich gerne auf meinem YouTube Kanal mit weiteren Märchenvideos umschauen.

Wagen Sie den Sprung mitten in die überraschende Märchenwelt!